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Warum Gruppenkurse und Ensembles?

Der Grund, warum ich mit dem Cellospielen angefangen habe, waren Gruppen.

Als ich in den frühen 90er Jahren in Südflorida aufgewachsen bin gab es eine jährliche Veranstaltung namens „Cellobration”, bei der alle lokalen Cellist:innen zu einem Tag voller Musik zusammenkamen. Meine Eltern sind beide Cellisten und nahmen als Mentor:innen an diesem Event teil, zu der sie ihre Schüler:innen einluden. Eine meiner frühesten Erinnerungen an das Cello stammt aus dieser Veranstaltung, als ich vielleicht zum ersten Mal über 100 Cellist:innen zusammen auf der Bühne als Orchester spielen sah.

Ich war überwältigt. Im nächsten Jahr konnte ich meine Eltern davon überzeugen, mich mit dem Spielen beginnen zu lassen. Bis heute ist meine absolute Lieblingsmusikgruppe, mit der ich spiele, ein Cello-Ensemble.

Streicher lernen in der Regel, in Gruppen zu spielen. Als Kinder werden wir schon früh in kleinen Ensembles sozialisiert, dann in großen Ensembles, und verbringen den Großteil unserer Karriere damit, in Gruppen zu spielen, anstatt als Solisten allein auf der Bühne zu stehen. Die meisten Musikerkolleg:innen, mit denen ich darüber gesprochen habe, sind sich einig, dass das Spielen mit anderen Menschen der schönste Aspekt des Musizierens ist. Allein zu Hause zu üben macht am wenigsten Spaß (ist aber sehr wichtig). In meiner Teenagerzeit habe ich nicht regelmäßig geübt, aber ich habe selten eine Probe des Jugendorchesters verpasst – mich mit Freunden zu treffen und in einer Gruppe zu spielen, war immer ein Highlight meiner Woche.

Als ich anfing zu unterrichten, habe ich mich schnell in den Unterricht mit Erwachsenen verliebt. Kinder sind zwar auf ihre Weise niedlich, lustig und kreativ, aber Erwachsene sind eben... nun ja... Erwachsene! Ich kann ihnen komplizierte Konzepte erklären, und sie verstehen sie und sind in der Lage, ihre Übungsstunden so zu gestalten, dass sie das Beste aus ihrer begrenzten Zeit machen und enorme Fortschritte erzielen, obwohl sie oft weniger als drei Stunden pro Woche mit ihrem Instrument verbringen (Unterrichtszeit inbegriffen).

Aber sobald die Grundlagen gelernt sind, geraten die meisten meiner erwachsenen Schüler:innen ins Straucheln, die Motivation begann zu schwinden. Was nun? Es gab so viel Repertoire zur Auswahl, aber... außer mir während des Unterrichts gab es niemanden, mit dem sie spielen konnten. Und Duos sind einfach nicht immer das Richtige.

Also gründete ich mein Lieblingsensemble für meine Schüler:innen – ein Cello-Ensemble. Heute heißen es Cellibears und ist ein Amateur-Cello-Ensemble für Erwachsene in Berlin, dem jede:r Amateurcellist:in beitreten kann. Zu den Cellibears gehören sowohl Anfänger:innen, die gerade erst die erste Lage gelernt haben und ihre ersten Schritte in der Welt des Ensemblespiels machen, als auch fortgeschrittene Spieler, die nach anspruchsvolleren Parts suchen, um ihre Fähigkeiten im Ensemblespiel zu verbessern. Während der Proben unterrichte ich keine Cellotechnik, wir proben wie ein normales Ensemble: Wir finden die Stimmen, die zusammenpassen, lernen, im Einklang zu atmen und zu spielen, und vor allem finden wir eine Verbindung zu den anderen.

Eine Verbindung beim Spielen und eine Verbindung, wenn wir nicht spielen.

Einige der Cellibears-Mitglieder üben sehr regelmäßig, mehr als 3 Stunden pro Woche. Einige üben weniger als 3 Stunden pro Woche, nehmen sich aber immer ein wenig Zeit dafür. Und einige üben überhaupt nicht – sie holen ihr Cello unter der Woche nicht einmal aus dem Kasten. Arbeit, Kinder, Stress, was auch immer der Grund sein mag, sie finden einfach nicht die Motivation oder die Zeit, ihr Cello herauszuholen. Aber sie kommen zur Probe und machen trotzdem Fortschritte, auch wenn es etwas langsamer geht als bei denen, die üben (es führt kein Weg daran vorbei, Übung macht wirklich den Meister).

Der Grund dafür ist Verbundenheit. Verbundenheit ist ein Urinstinkt des Menschen. Wir wollen gesehen werden, wir wollen akzeptiert werden, wir wollen gehört werden, wir wollen verstanden werden. Wir schaffen Verbindungen zu anderen Menschen. Der Beitritt zu einem Ensemble, sei es ein Cello-Ensemble, ein Chor oder einfach nur ein Duo mit deinem Kind, deinem Partner oder einer Freundin, schafft dieses Gefühl der Verbundenheit.

Warum also Gruppenunterricht? Vor allem wegen der Verbindung. Ein Lehrer kann mit vielen Schülern eine Verbindung aufbauen. Diese Schüler können untereinander eine Verbindung aufbauen. Natürlich spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle – Gruppenunterricht ist günstiger als Einzelunterricht, bietet dem Lehrer aber dennoch eine faire Bezahlung für seine Zeit.

Und doch ist es auch Tradition. Traditionelle Musikausbildung beinhaltet immer Gruppen – das Ensemblespiel ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung zum:r vollwertigen Musiker:in. Mein Cello-Professor an der Universität bot einmal pro Woche einen Gruppenunterricht im Cello an, im Stil einer Meisterklasse, in der einige von uns unseren Kommiliton:innen und unserem Lehrer präsentierten, woran wir gerade arbeiteten, und wir alle konstruktive Kommentare abgaben, um uns gegenseitig zu helfen, Fortschritte zu machen, wobei unser Lehrer moderierte und unsere Ideen weiterentwickelte. Von meinen Kommiliton:innen zu lernen war eine der prägendsten Erfahrungen, die ich gemacht habe, und eine der Dinge, die ich immer noch tue, wenn ich mich mit anderen Cellist:innen treffe – ich stelle Fragen, tausche mich aus, lerne aus ihren Erfahrungen und verbessere dadurch mein eigenes Spiel.

Du kannst dich dieser Tradition anschließen. Werde ein Mitglied bei den Cellibears. Besuche einen Technikkurs. Egal, für welchen Gruppenkurs du dich entscheidest, sei dir bewusst, dass du damit zu Verbindungen beiträgst, und menschliche Verbindungen sind immer die Mühe wert.

von Natasha Jaffe

02/13/2026

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